Information zur Psychologischen Behandlung

Psychologische Beratung

Psychologische Beratung leisten Psychologinnen und Psychologen und wendet sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Familienangehörige sowie Personen im Umfeld der betroffenen Kinder (KindergärtnerInnen, LehrerInnen, Therapeuten…). Anlässe für eine psychologische Beratung ergeben sich aus den Denk- und Erlebensgewohnheiten, der Entwicklungs- und Lerngeschichte des Kindes und der jeweiligen Lebenslage, sowie aus der Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld.  
Inhalte einer Psychologischen Beratung im Kinderbereich können sein

  • mentale, emotionale und soziale Kompetenzen und damit
  • Motorik, Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Sprache
  • Lern-/Motivation, Emotion, Denken, Konzentration und Aufmerksamkeit,
  • Lern-, Leistungs-, Verhaltensschwierigkeiten sowie Behinderung des Kindes,
  • Entwicklungsstörungen (Teilleistungsschwächen, Wahrnehmungsstörungen),
  • Leistungsverweigerung, Anpassungsstörungen, Kommunikations- und Beziehungsstörungen,
  • Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Ich-Entwicklung bzw. Umgang mit Gefühlen und Gedanken,
  • Stressbewältigung, Angst, Krisen, Bewältigung von belastenden Lebensereignissen (z.B. traumatische Erfahrungen) und Dauerbelastungen (z.B. chronische Erkrankungen), Wechsel der Lebenslage (z.B. Scheidung, Trennung, Tod),
  • Schlafstörungen, Essstörungen, Suchtverhalten, Sexualität, Kreativität, Freizeitverhalten,
  • Vermittlung weiterer Unterstützung sowie
  • Erziehungsberatung (z.B. Sauberkeitsgewöhnung) und Fragen zur Schullaufbahn.

Darüber hinaus kann die psychologische Beratung in Bereichen der Fortbildung von LehrerInnen, zur Verbesserung des Klassenklimas, zur Gestaltung von Schulen sowie den Lebens- und Lernbedingungen in Schulen, zur Umstellung und Eingliederung bei Übergangs- und Anpassungsschwierigkeiten u. a. m. einen Beitrag leisten.

Klinisch-psychologische Diagnostik

Im Mittelpunkt des diagnostischen Erkenntnisprozesses steht die Untersuchung psychischer bzw. neuropsychologischer Funktionen zum einen anhand standardisierter Untersuchungsverfahren und zum andern am Wege der „professionellen Begegnung“ mit dem Kind. Zweck ist die Einschätzung der Ausprägung bestimmter psychischer Merkmale (z.B. Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit, Gedächtnis, Intelligenz, Sprachentwicklung, Belastbarkeit, Angst, Selbstkonzept, Selbstbild usw.) im Vergleich zu jeweiligen Altersgruppe.

Damit dient die Diagnostik der exakten Ermittlung des Entwicklungsstandes bzw. der Stärken und Schwächen eines Kindes als Orientierungshilfe für die Eltern. Darüber hinaus können bei der Erstellung eines individuellen Behandlungsplanes förderliche, heilpädagogische und/oder therapeutische Empfehlungen für Eltern und Arzt/Ärztin (ggf. für die Genehmigung von Kassenleistungen oder Rehabilitationsmaßnahmen) abgeleitet werden. Übergeordnetes Ziel ist die Schaffung eines – den Schwierigkeiten und Bedürfnissen des Kindes angemessenen – Helfersystems unter Einbindung des familiären Beziehungsgefüges (vgl. unter Glossar Psychologische Diagnostik).

Zur Psychologischen Diagnostik werden z.B. Entwicklungstests, Leistungstests, Intelligenztests, neuropsychologische Verfahren, projektive Verfahren, Biofeedbackverfahren u. a. psychodiagnostische Verfahren in Verbindung mit umfassenden Elterngesprächen über „die Geschichte des Kindes“ eingesetzt.

Eine verantwortungsvolle Anwendung, Auswertung und Interpretation psychologischer Testverfahren bleibt den klinischen Psychologinnen und Psychologen vorbehalten, da nur diese eine fundierte Ausbildung in Testtheorie und entsprechende Kenntnisse der einzelnen Verfahren haben, um die Aussagekraft der Ergebnisse gewissenhaft beurteilen zu können!

Im Idealfall ist bereits der psychodiagnostische Prozess ein Teil der Therapie d.h. der Heilbehandlung!

Für alle klinischen Psychologinnen und Psychologen, welche als VertragspsychologInnen oder WahlpsychologInnenen anerkannt sind, gelten folgende Bedingungen zur klinisch-psychologischen Diagnostik:

  • Die Überweisung durch einen freiberuflich niedergelassenen Vertragsfacharzt für Kinderheilkunde, Psychiatrie, Neurologie und innere Medizin ist direkt möglich, die Zuweisung von anderen Vertragsärzten, Nichtvertragsärzten und Psychotherapeuten bedarf einer vorherigen chefärztlichen Genehmigung (Chefarztstempel auf dem Überweisungsschein).
  • Der Überweisungsschein muss eine präzise Fragestellung und eine bestimmte Symptomatik bzw. Verdachtsdiagnose (im besten Falle mit ICD-10 Code und Wortlaut) enthalten, aus der hervorgeht, dass das Vorliegen einer Krankheit vermutet wird. Bei unvollständiger und nicht ergänzter Zuweisung besteht kein Anspruch auf Kostenersatz.
  • Klinisch-psychologische Untersuchungen, die nichts mit einem krankheitswertigen Zustand zu tun haben, dürfen nicht auf Kosten der Krankenkasse durchgeführt werden.

http://tinyurl.com/h47hc 

 

Psychologische Behandlung

Schwerpunkte einer Psychologischen Behandlung im Kinderbereich können sein

  • mentale, emotionale und soziale Kompetenzen und damit
  • Motorik, Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Sprache
  • Lern-/Motivation, Emotion, Denken, Konzentration und Aufmerksamkeit,
  • Lern-, Leistungs-, Verhaltensschwierigkeiten sowie Behinderung des Kindes,
  • Entwicklungsstörungen (Teilleistungsschwächen, Wahrnehmungsstörungen),
  • Leistungsverweigerung, Anpassungsstörungen, Kommunikations- und Beziehungsstörungen,
  • Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Ich-Entwicklung bzw. Umgang mit Gefühlen und Gedanken,
  • Stressbewältigung, Angst, Krisen, Bewältigung von belastenden Lebensereignissen (z.B. traumatische Erfahrungen) und Dauerbelastungen (z.B. chronische Erkrankungen), Wechsel der Lebenslage (z.B. Scheidung, Trennung, Tod),
  • Schlafstörungen, Essstörungen, Suchtverhalten, Sauberkeitsgewöhnung, Sexualität, Kreativität, Freizeitverhalten…

Damit umfasst die klinisch-psychologische Behandlung die Therapie von psychischen Störungen und somatischen Erkrankungen und die Behandlung gestörter psychischer Grundfunktionen (z.B. Gedächtnistraining nach neurochirurgischen Eingriffen) vgl. neuropsychologische Behandlung.

Grundlage für die psychologische Behandlung ist das im Psychologiestudium und der anschließenden Fachausbildung (insgesamt ca. sieben Jahre lang) erworbene umfassende theoretische und praktische Wissen der klinischen Psychologinnen und Psychologen über die verschiedenen psychischen Störungen, somatischen Erkrankungen und unterschiedlichen Methoden zu deren Behandlung.

Die klinisch-psychologische Behandlung beinhaltet alle bewährten Behandlungsansätze, die sich aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen als wirksam herausgestellt haben. Somit werden in der klinisch-psychologischen Behandlung verschiedene Techniken und Interventionsformen aus allen Wissenschaftsgebieten, die sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen beschäftigen – so auch den Einsatzmethoden aus allen anerkannten Psychotherapierichtungen - genutzt.

Klinisch-Psychologische Behandlung findet je nach Problemstellung einzeln oder in Gruppen statt, basiert v.a. auf kognitions- und neuropsychologischen Grundlagen, beinhaltet z.B. verhaltens-, hypno- und traumatherapeutische Interventionen sowie systemische Aspekte unter Berücksichtigung und Einbeziehung des psychosozialen Umfeldes (z.B. auch in Form von Helferkonferenzen) .
Im Vordergrund einer klinisch-psychologischen Behandlung stehen Veränderungsprozesse, wobei das Kind bzw. die Familie über den ganzen Veränderungsprozess hinweg bis zur – am Behandlungsbeginn - vereinbarten Zielerreichung (Therapieziele) begleitet wird.
Mit der klinisch-psychologischen Behandlung kann der kindlichen Individualität und der Komplexität der meisten Störungsbilder umfassend entsprochen werden, wobei die interdisziplinäre Zusammenarbeit naturgemäß einen hohen Stellenwert einnimmt.

Eine psychologische Diagnostik ist als unbedingte Voraussetzung für eine klinisch-psychologische Behandlung zu betrachten. 

Weitere Informationen beim Berufsverband österreichischer Psychologinnen und Psychologen: http://www.boep.or.at/

 

Neuropsychologische Diagnostik und Behandlung

Die Neuropsychologie untersucht die Zusammenhänge zwischen den Funktionen des Gehirns und den geistigen Leistungen.

Die klinische Neuropsychologie behandelt Störungen im Erleben und Verhalten, die in Zusammenhang mit Vorgängen im kranken oder geschädigten Gehirn stehen. Schwerpunkte der Arbeit der/s klinischen Neuropsychologin/en liegen in der neuropsychologischen Diagnostik (Abklärung der kognitiven Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, Schulfähigkeit, Persönlichkeitsentwicklung usw.), der neuropsychologischen Behandlung und Beratung der Angehörigen des Kindes.

Ein Spezialgebiet ist die neuropsychologische Rehabilitation. Diese stellt einen aktiven Prozess dar, während dem für das beeinträchtigte Kind Verfahren bereitgestellt werden, mit deren Hilfe das Ausmaß der Beeinträchtigungen, reduziert und das Höchstmaß an erworbenen Fähigkeiten gefördert werden kann.

Damit dient die neuropsychologische Rehabilitation der Erhaltung oder Verbesserung der geistigen (kognitiven) Leistungsfähigkeit, insbesondere nach Schädigungen des Gehirns oder bei bestimmten psychischen Störungen und ist damit ein Spezialgebiet der Klinisch-Psychologischen Behandlung.

Nach einer eingehenden diagnostischen Phase (vgl. Psychologische Diagnostik) wird ein Behandlungsplan erstellt, der dann gezielt und individuell umgesetzt wird. Durch spezielle Trainingsprogramme werden neuropsychologische Defizite wie beispielsweise Störungen der Gedächtnisfunktionen, Konzentrationsprobleme, Wahrnehmungsstörungen usw. behandelt, wobei die intakten Leistungsbereiche in förderlicher Weise einbezogen werden.

Von solch einem Kognitiven Training können alle Menschen profitieren, die unter kognitiven Defiziten (Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Intellektuelle Funktionen, Sprache sowie komplexerer Phänomene wie Planen und Problemlösen/ Exekutivfunktionen und daraus resultierenden Verhaltensstörungen leiden.

Das gilt besonders für Personen, die durch hirnorganische (neurologische) Schädigungen eine Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit erfuhren (z.B. nach Schädel-Hirn-Traumen, Schlaganfällen) und auch für Personen mit psychischen Erkrankungen mit Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und/oder Gedächtnisstörungen.

Auch Kinder und Jugendliche mit Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung profitieren von kognitiven Trainingsprogrammen.

Zwischen den Trainingssitzungen werden zumeist auch Aufgaben für zu Hause mitgegeben. Gegebenenfalls können auch begleitende und unterstützende Gespräche mit den Angehörigen stattfinden.

Das Training kann Einzeln oder in Kleingruppen bis zu 4 Personen durchgeführt werden. Gearbeitet wird je nach Problemstellung mit verschiedenen Materialen oder z.B. auch am Computer.

Weitere Information bei der Gesellschaft für Neuropsychologie Österreich: http://www.gnpoe.at/