Psychotherapie

Information und Begriffseklärung

Modellplatz (= Psychotherapie auf Krankenschein)

  • einkommensabhängig liegt der Selbstkostenanteil bei ca.  10 Euro
  • teilweise erhebliche Wartezeiten

Zuschussregelung: 

  • Die Therapiestunde kostet etwa 80 Euro; 21,80 werden von der Krankenkasse übernommen.
  • Damit bleibt ein Selbstbehalt von knapp 60 Euro/Stunde.
 
Information zur Finanzierung von Psychotherapie in Tirol (Quelle TLP)
  1. Zuschuss der Krankenkassen: 
    Versicherte erhalten bei Vorliegen einer krankheitswertigen Störung von den jeweiligen Krankenkassen einen Zuschuss. Diese österreichweite Zuschussregelung existiert seit 1992. Der Zuschuss zur Einzeltherapie beträgt bei den meisten Krankenkassen 21,80 Euro (50 Minuten) und bei der Gruppentherapie 7,27 bzw. 5,09 Euro für eine Gruppentherapiesitzung in der Dauer von 90 bzw. 45 Minuten. Eine positive Ausnahme stellt hier die KUF (Kranken- und Unfallfürsorge für die Landesbediensteten im öffentlichen Dienst) dar, die generell einen Zuschuss von 60,00 Euro eingeführt hat.
    Für den Zuschuss müssen KlientInnen und PatientInnen ab der elften Sitzung einen Rückerstattungsantrag bei der Kasse bewilligen lassen. Nach der Bewilligung durch die Kasse erhalten sie Zuschüsse zu den bezahlten Honoraren, differenziert nach Einzel- und Gruppentherapie. 
    Die einzelnen Regelungen dazu können auf der Website des TLP unter www.psychotherapie-tirol.at nachgelesen werden. Der Zuschuss wurde seit seiner Einführung 1992 nicht indexangepasst. 1992 deckte er noch die Hälfte der üblichen Honorarsätze ab, heute nur mehr etwas mehr als ein Viertel. Dadurch entstehen für KlientInnen hohe finanzielle Belastungen. Nach Indexanpassung müsste der Zuschuss heute rund 35,00 Euro betragen.
     
  2. Sachleistung: In der mit Jänner 1992 in Kraft getretenen 50. ASVG-Novelle (BGBl 1991/676) wurde Psychotherapie der ärztlichen Tätigkeit gleichgestellt und in den Pflichtleistungskatalog der sozialen Krankenversicherung aufgenommen. „Psychotherapie auf Krankenschein“ oder hier als Sachleistung bezeichnet ist ein klarer Auftrag des Gesetzgebers, der von den österreichischen Sozialversicherungen nach 20 Jahren trotz langjähriger Verhandlungen zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und dem Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie noch nicht hinreichend umgesetzt worden ist. 
    Zugang zur Sachleistung haben in Tirol
    • nur Versicherte der TGKK (begrenztes Kontingent von Behandlungsplätzen), sowie ohne Kontingentierung Versicherte der BVA, SVA und der SVB.
    • nur Personen, die eine schwere bis schwerste Störung aufweisen (Begutachtung nach DSM-IV).
    • Alle anderen Versicherten sind von der Sachleistungsversorgung ausgeschlossen!

Durchgeführt wird die Sachleistung von der Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung in Tirol und ist unter dem Namen „Tiroler Modell“ bekannt. Das „Tiroler Modell“ wurde 1994 als Übergangslösung bis zum Gesamtvertrag gegründet und hat mit den Kassen einen Sondervertrag geschlossen, um Psychotherapie als Sachleistung bereit zu stellen. 

  1. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung Tirol wurden in den letzten 20 Jahren aus der Not heraus eine österreichweit betrachet vorbildliche KlientInnenversorgung entwickelt, Sachleistung bedeutet in Tirol aber für die KlientInnen nicht kostenlose Psychotherapie, sondern entweder einen einkommensabhängigen Selbstbehalt in der Höhe von € 0,00 bis 30,00 (für PatientInnen der TGKK) oder für PatientInnen der SVB, SVA und BVA einen pauschalen Selbstbehalt in der Höhe von 20 Prozent.  Im Rahmen eines gesetzlichen Auftrages:
    In bestimmten Fällen besteht ein gesetzlicher Auftrag für Psychotherapie. In diesen Fällen finanziert die öffentliche Hand Psychotherapie.
    Die wichtigsten Beispiele sind:
    - Psychotherapie für Verbrechensopfer durch das Bundessozialamt oder
    - Psychotherapie im Rahmen des Tiroler Jugendwohlfahrtsgesetzes, entweder als Hilfe zur Erziehung im Rahmen des Jugendwohlfahrtsgesetzes 
    - oder für jene Minderjährigen, in denen das Land Tirol die „volle Erziehung“ innehat.
    - Psychotherapie für Unversicherte (Sozialhilfeempfänger, Flüchtlinge, …).
    Diese öffentlichen Träger verhalten sich meist subsidiär, d.h. sie zahlen nur dann, wenn auch von der Sozialversicherung der Zuschuss bewilligt ist (z. Bsp. bei Verbrechensopfer).